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Überblick
Entgegen älteren Vorstellungen der einschlägigen Fachliteratur lassen sich bei der Alzheimer-Krankheit schon in frühen Stadien mithilfe geeigneter Tests Defizite in der Sprachverarbeitung feststellen, die aber von den Betroffenen im informellen Kontakt zunächst noch gut kompensiert werden können; betroffen sind weitgehend alle linguistischen Beschreibungsebenen.
Gehen wir über die Sprachverarbeitung in einem engeren Sinne hinaus, dann wird (erneut beim Einsatz geeigneter Tests – vgl. den ‚Trail A’ oder den ‚Stroop-Test’ oder ‚priming-Tests’ oder EKP-Studien, und hier die P3a) deutlich, dass sich zumindest eine Vielzahl solcher Defizite der Sprachverarbeitung auf eine Verlangsamung der Prozesse der zentralen Exekutive im Arbeitsgedächtnis (Baddeley) zurückführen lassen. Umgekehrt lässt sich zeigen, dass es sich – z.B. bei den Wortfindungs- und Benennstörungen oder bei den Fehlleistungen im Bereich der Verarbeitung indirekter und bildhafter Sprache – NICHT um den ABBAU sprachlicher Leistungen im Sinne einer Diskonnektionshypothese handelt.
Die Zusammenhänge sollen Schritt für Schritt aufgearbeitet und anhand von Tests und ihren Ergebnissen verdeutlicht werden. – Teil der Aufarbeitung muss auch die Einsicht sein, dass wir bei der Alzheimer-Krankheit nicht ungestraft unterschiedliche Schweregrade ‚in einen Topf werfen’ dürfen: Die Arbeitsgedächtnis-Defizite haben Folgen (Folgeerkrankungen), die das Krankheitsbild verändern; das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit geschieht nicht homogen.
Carsten Kochler